Missionsgebetsmeinung - Juli 2014

Juli 2014

Für die Gläubigen in ihrem Einsatz für das Evangelium, gerade in den ärmsten Gebieten

© P. Norbert Cuypers SVD

Es war der inzwischen heilig gesprochene Konzilspapst Papst Johannes XXIII, der die so genannte „Option für die Armen“ erstmals ins Bewusstsein der Öffentlichkeit hob, als er am 11. September 1962 sagte: „Den unterentwickelten Ländern zeigt sich die Kirche so, wie sie ist und sein will, als die Kirche aller, besonders aber als die Kirche der Armen.“ Diesen Gedanken nahm das 2. Vatikanische Konzil im Dekret „Lumen Gentium“ Nr. 8 auf: „Wie aber Christus das Werk der Erlösung in Armut und Verfolgung vollbrachte, so ist auch die Kirche berufen, den gleichen Weg einzuschlagen, um die Heilsfrucht den Menschen mitzuteilen“. Unter einigen am Konzil teilnehmenden Bischöfen erwuchs aus solchem Denken der Wunsch, sich selbst auf einen einfachen Lebensstil hin zu verpflichten, den sie im sogenannten Katakombenpakt gleichsam besiegelten. 

Nach einigen Jahren der Begeisterung und des Aufbruchs für dieses Anliegen brach in der Kirche eine Zeit an, in der diese Option als linksliberal galt. Sie wurde zunehmend kritisch gesehen, schlechtgeredet und zumindest in den europäischen Ländern nur von wenigen Theologen und Seelsorgern vertreten. Und doch starb die Liebe zu den Armen nie ganz aus. Weder bei jenen, die mit ihnen lebten und arbeiteten, noch bei denen, die sie immer wieder theologisch reflektierten. So schrieb Paul Maria Zulehner, ein Priester und Pastoraltheologe aus Österreich, bereits vor Jahren: „Wer in Gott eintaucht, taucht bei den Armen wieder auf! Der Weg Jesu führt immer zu denen, die der Heilung bedürfen. Und die Kirche ist berufen, in der Nachfolge des Heilands „Heil-Land“ zu sein!“ Auch Pater Heinz Kulüke SVD, machte nach seiner Wahl als Generaloberer der Steyler Missionare im Sommer 2012 deutlich, dass die Armen in der Verkündigung immer den ersten Platz einnehmen müssten. „Die Anzahl der Armen steigt drastisch. Und da stelle ich die Frage: Warum sind die Armen arm? Wir müssen den Mut haben, diese Frage zu stellen. Es gibt einfach Strukturen, die nicht verantwortbar sind. Strukturen, die wir als Menschen nicht hinnehmen können. Als Christinnen und Christen haben wir eine ganz große Verantwortung, nach der Wahrheit zu suchen.“ 

All diese Aussagen entsprechen wohl ganz und gar der Gebetsmeinung von Franziskus für den Monat Juli. Seit seiner Wahl zum Papst im März letzten Jahres betont er nichts anderes


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