Bußgottesdienst im Advent 2021

Versöhnung

Lied:
GL 227,1-3: „Komm, du Heiland aller Welt“

Einführung:
Ein Blick in die Geschäfte zeigt uns: Engel sind in unserer ach so aufgeklärten Welt hoch im Kurs. Nicht nur, aber gerade doch auch in der jetzigen Advent- und Weihnachtszeit. In der jüdisch-christlichen Bibel sind sie ein Ausdruck der ganz persönlichen Zuwendung Gottes an den Menschen. Wo sie in Erscheinung treten, verändert sich das Leben der Heimgesuchten. Davon werden wir in dieser Feier hören. Öffnen wir uns auf die Begegnung mit einem Engel in unserem Leben, der uns helfen kann, sich dem Leben und der Liebe neu zuzuwenden und beten zur Einstimmung unserer Feier miteinander den ‚Engel des Herrn‘.

Der Engel des Herrn:
V: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft.
A: Und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria...
V: Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn.
A: Mir geschehe nach Deinem Wort.
Gegrüßet seist du Maria...
V: Und das Wort ist Fleisch geworden.
A: Und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du Maria...
V: Bitte für uns, heilige Gottesmutter.
A: Dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
V: Lasset uns beten: Allmächtiger Vater, gieße Deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, Deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
A: Amen.

Lied:
GL 540,1: „Den Engel lasst uns preisen“

Lesung aus dem Matthäusevangelium: Mt 24, 29-33
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Unmittelbar nach dieser großen Schreckenszeit wird sich die Sonne verfinstern und der Mond nicht mehr scheinen. Die Sterne werden aus ihrer Bahn geschleudert, und die Kräfte des Weltalls geraten durcheinander. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Him¬mel erscheinen. Die Menschen auf der ganzen Erde werden im Bewusstsein ihrer Schuld laut aufschreien. Sie werden sehen, wie der Menschensohn in göttlicher Macht und strahlender Herrlichkeit in den Wolken des Himmels kommt. Mit gewaltigem Posaunenschall wird er seine Engel aussenden und sie werden seine Auserwählten aus allen Teilen der Welt zu ihm bringen.” „Seid immer bereit!” „Der Feigenbaum soll euch dafür ein Beispiel sein: Wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, dann wisst ihr, dass es bald Sommer ist. Genauso ist es, wenn all diese Ereig¬nisse eintreten. Dann könnt ihr sicher sein, dass der große Tag nahe ist und der Herr unmittel¬bar vor der Tür steht.“

Impuls zur persönlichen Besinnung:
Im Vergleich zu manchem Unheilspropheten unserer Tage, der nur noch das Dunkle und das Elend in unserer Welt sehen kann, verkündet das Evangelium alles andere als eine Drohbotschaft. Es ist und bleibt eine Frohe Botschaft, die Hoffnung schenken möchte. Allerdings fordert es uns auch zur Wachsamkeit auf. Außerdem sind wir eingeladen, genauer hinzuschauen, wo unser alltägliches Verhalten dieser hoffnungsvollen Botschaft der Bibel widerspricht. – So können wir uns in einem Augenblick der Stille fragen:
o Berühren mich noch die Nachrichten vom Klimawandel?
o Bin ich bereit, die Zeichen der Zeit ernst zu nehmen und meinen Lebensstil zu verändern?
o Gibt es in mir die Hoffnung, dass Gott uns auch in schweren Zeiten beistehen wird?

Ruhige Instrumentalmusik mit Überleitung zu Lied:
GL 540,2: „Den Engel lasst uns preisen“

Lesung aus dem Lukasevangelium: Lk 1, 26-38
Elisabeth war im sechsten Monat schwanger, als Gott den Engel Gabriel zu einer jungen Frau nach Nazareth schickte, einer Stadt in Galiläa. Die junge Frau hieß Maria und war mit Josef, einem Nachkommen des großen Königs David, verlobt. Der Engel kam zu ihr und sagte: „Sei gegrüßt und freue dich, Maria! Du bist von Gott reich gesegnet. Er hat dich unter allen Frauen auserwählt.” Maria fragte sich erschrocken, was diese seltsamen Worte bedeuten könnten. „Hab keine Angst, Maria,” redete der Engel wei¬ter. „Gott liebt dich und hat dich zu etwas Besonderem auserwählt. Du wirst Mutter werden und einen Sohn zur Welt bringen. Jesus soll er heißen. Er wird mächtig sein, und man wird ihn Gottes Sohn nennen. Die Königsherrschaft Davids wird er weiterführen und die Nach-kommen Jakobs für immer regieren. Seine Herrschaft wird niemals enden.” „Wie kann das geschehen?” fragte Maria den Engel. „Ich bin doch nicht verheiratet.” Der Engel antwortete ihr: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft Gottes wird in dir Leben wecken. Darum wird dieses Kind auch heilig sein und Sohn Gottes genannt wer-den. Selbst Elisabeth, deine Verwandte, von der man sagt, dass sie keine Kinder bekommen kann, ist jetzt im sechsten Monat schwanger. Sie wird in ihrem hohen Alter einen Sohn zur Welt bringen. Gott hat es ihr zugesagt, und was Gott sagt, das geschieht.” Da sagte Maria: „Ich gehöre dem Herrn, ich stehe ihm ganz zur Verfügung. Alles soll so ge¬schehen, wie du es mir gesagt hast.” Darauf verließ sie der Engel.

Impuls zur persönlichen Besinnung:
Die Botschaft, die der Engel Gabriel (‚Gott ist meine Stärke‘) an Maria überbringt, ist eine Botschaft der Freude darüber, dass Gott mitten unter den Menschen leben will. Wenn auch wir bereit sind, das Wort Gottes nicht nur zu hören, sondern es in uns im Hier und Jetzt unserer Tage Mensch werden zu lassen, kann auch heute Großes geschehen. – So können wir uns in einem Augenblick der Stille fragen:
o Wann und wo nehme ich mir Zeit, auf das Wort Gottes im Alltag zu hören?
o Welches Wort Gottes ist mir im Laufe meines Lebens wichtig geworden?
o Habe ich Freude daran, das Wort Gottes vor meinen Mitmenschen zu bezeugen?

Ruhige Instrumentalmusik mit Überleitung zu Lied:
GL 540,3: „Den Engel lasst uns preisen“

Aus dem Matthäusevangelium: Mt 1,18-25
Maria war mit Josef verlobt. Noch vor der Ehe erwartete Maria – durch den Heiligen Geist – ein Kind. Josef wollte nach Gottes Geboten handeln, aber auch Maria nicht öffentlich bloßstellen. Er sah keinen anderen Aus¬weg, als die Verlobung stillschweigend aufzulösen. Noch während er darüber nachdachte, erschien ihm im Traum ein Engel Gottes und sagte: „Josef, du Nachkomme Davids, zögere nicht, Maria zu heiraten! Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn bekommen, den sollst du Jesus nennen, das heißt ,Retter’. Denn er wird die Men¬schen seines Volkes von ihren Sünden befreien. Damit erfüllte sich, was Gott durch seinen Propheten vorhergesagt hatte: „Eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn bekommen. Den wird man Immanuel nennen.” Das bedeutet: „Gott ist mit uns!” Als Josef erwachte, tat er, was ihm der Engel befohlen hatte, und heiratete Maria. Er schlief aber nicht mit ihr bis zur Geburt ihres Sohnes. Josef gab ihm den Namen Jesus.

Impuls zur persönlichen Besinnung:
Josef tut sich schwer mit dem, was an Maria geschehen ist. Weil er sie liebt und ein gottesfürchtiger Mensch ist, will er sich heimlich von ihr trennen. Doch im Traum weist ihn ein Engel an, einen anderen Weg zu wählen. Wenn wir achtsam sind und auch unsere Träume, inneren Regungen und Emotionen in unserem Leben ernstnehmen, weist uns Gott einen Weg, der zu mehr Leben führen wird. So können wir uns in einem Augenblick der Stille fragen:
o Was für Assoziationen kommen mir bei dem Begriff „Gehorsam“?
o Auf wen oder was höre ich, wenn ich eine Entscheidung im Leben zu treffen habe?
o Darf Gott auch etwas von mir fordern, was ich ursprünglich so nicht wollte?

Ruhige Instrumentalmusik mit Überleitung zu Lied:
GL 220,1,2,5: „Die Nacht ist vorgedrungen“

Das etwas andere Schuldbekenntnis:
Gott, ich bekenne vor Dir,
dass ich keinen Glauben an meine eigenen Möglichkeiten gehabt habe,
dass ich mich selbst nicht gleich viel geliebt habe wie die anderen,
nicht meinen Körper, nicht mein Aussehen, nicht meine Talente,
nicht meine Art zu sein.
Ich habe andere mein Leben steuern lassen.
Ich habe mehr auf das Urteil anderer vertraut als auf mein eigenes.
Ich bekenne,
dass ich mich nicht in dem Maße meiner vollen Fähigkeiten entwickelt habe,
dass ich feige gewesen bin, um in einer gerechten Sache Streit zu wagen,
dass ich mich gewunden habe, um Auseinandersetzungen zu vermeiden.
Ich bekenne,
dass ich nicht gewagt habe zu zeigen, was ich alles kann,
nicht gewagt habe, meine Fähigkeiten zu leben.
Gott, unser Vater,
vergib mir die Zweifel an mir selbst,
richte mich auf,
gib mir Glauben an mich selbst
und Liebe zu mir selbst.
(Quelle unbekannt)

Vergebungsbitte:
Der in allem wirkende Gott erbarme sich unser.
Er löse und verwandle alle Schuld.
Seine Liebe hole uns heim. – Amen.

Friedensgruß:
Wir können uns absolut corona-konform den Frieden wünschen, indem wir es wie die Menschen in fernöstlichen Ländern tun: Mit gefalteten Händen schauen wir uns einen Augenblick in die Augen, verneigen uns dann voreinander und sprechen dem anderen zu: ‚Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir!‘

Vater Unser:
Beten wir nun miteinander und füreinander das Gebet, das Jesus uns ans Herz gelegt hat…

Schlussgebet und Segen:
Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt (vgl. Ps 91,11-12). – Im Vertrauen auf diese biblische Zusage segne und behüte uns und alle Menschen, die wir im Herzen tragen, der gute und menschenfreundliche Gott: der Vater + der Sohn + und der Heilige Geist. – Amen.

Lied:
GL 221,1,2,5: „Kündet allen in der Not“

P. Norbert Cuypers SVD

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