+ Bruder Kilian Göhler SVD

Deutschland

03. Jan 2026

Am 3. Januar 2026 verstarb im Wendelinusheim unser lieber Mitbruder Kilian Göhler SVD.

+ Bruder Kilian Göhler SVD

„Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ Mt 10, 43.45

„Ich habe viel von der Welt gesehen, viel mitgemacht und konnte helfen, ein Land mitaufzubauen“, sagte einmal Bruder Kilian Göhler SVD in einem Interview für die Saarbrücker Zeitung. So verstand er, das Wort Gottes überall und authentisch in die Tat umzusetzen, wie Jesus es an seine Jünger übertragen hat. Er ist gekommen, um zu dienen, und nicht um sich bedienen zu lassen. Durch den Tod von Bruder Kilian wurde auch sein Dienst in und für die Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare beendet. Er bleibt aber in guter Erinnerung als treuer Diener im Reich Gottes.

Kilian, mit dem Taufnamen Ernst, ist am 06.09.1936 geboren als jüngster Sohn der Eheleute Ernst und Frieda Göhler, geborene Herb. Aufgewachsen ist er mit seinen drei Geschwistern, einem Bruder und zwei Schwestern, in Nußloch in der Diözese Freiburg. 1950 erlernte er in der Heimat den Beruf des Gärtners. Er trat 1954 in die Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare in St. Wendel ein, wo er sein Postulat und Noviziat absolvierte zusammen mit 10 anderen Novizen und unter der Begleitung von Pater Pulch. Auch in dieser Zeit der Formation half er in der Gärtnerei mit Bruder Raimund und Bruder Casper und in der Kirche aus. 1956 legte er in St. Wendel die Ersten Gelübde ab. Zwei Jahre später wurde er nach Rom versetzt, um in der Gärtnerei des Generalates zu arbeiten. Dort blieb er bis 1960. In Rom erhielt er seine Missionsbestimmung für Papua-Neuguinea mit der Zuweisung zum Vikariat in Alexishafen. Nach einem fünfmonatigen Sprachkurs in Hadzor (England) kam er 1961 zusammen mit Bruder Sebastian nach Genua-Sydney. Dort arbeitete er fünf Jahre auf der Farm Mugil. 1962 legte er dann in Alexishafen die Ewigen Gelübde ab und übernahm vielfältige Aufgaben in den Werkstätten und in der Gärtnerei, wie auch in der Leitung der Niederlassung als Präses und später als Admonitor in der Provinzleitung. Er war in Papua-Neuguinea ein guter Verwalter auf allen Stationen, wo immer er eingesetzt war, bis ihn dann der Generalsuperior Heinrich Barlage SVD 1989 wieder zurück nach Rom berufen hatte. Der Abschied von Papua-Neuguinea fiel im sehr schwer.

Im Generalat begann nun seine zweite Missionsbestimmung. Auch hier setzte er sich voll in den Dienst der Gesellschaft ein. Ziemlich schnell erweckte er den Eindruck, überall sein zu können. Das war eine passende Beschreibung und Einschätzung für einem Mitbruder, der seine Zeit damit verbrachte, die vielen Aufgaben vertrauensvoll zu erledigen, die ihm zugewiesen wurden. Seine Arbeit im Generalat war vielfältig: Erledigen der Post für den Vatikan, Abholen und Aufteilen der wichtigen Dokumente, Betanken der Fahrzeuge, Versorgung der Kaffeestube mit Getränken und Süßigkeiten und das Füttern von einem Dutzend von Katzen, die sich auf dem weitläufigen Gelände des Generalates aufhielten. Für jemanden wie Bruder Kilian, der 27 Jahre lang im Generalat gedient hatte, war der Dienst für die Gemeinschaft mehr als eine Hausarbeit. Es war für ihn eine erfüllende Tätigkeit, die er gerne übernahm. Er versuchte stets, jedem seinen Wunsch zu erfüllen.

Nach 27 Jahren musste er dann wieder Abschied vom Generalat nehmen, was ihm wieder schwerfiel. Ein wenig aufgewühlt sagte er bei der Verabschiedung: „Von St. Wendel bin ich als Bruderkandidat ausgegangen und nun kehre ich als Bruderkandidat an den Ausgangspunkt zurück. Ich gehe zurück an den Ort, wo meine Berufung als Bruder begann.“ Seine körperliche Energie nahm rapide ab und er hatte symptomatische Herzprobleme. Bruder Kilian wusste, dass es für ihn an der Zeit war, seinen Posten einem anderen zu überlassen. Er kehrte dorthin zurück, wo er angefangen hatte, dorthin, wo er von einer Missions- und Kulturerfahrung in einem anderen Land geträumt hatte. Kurz bevor Bruder Kilian in das Auto stieg, das ihn schließlich nach St. Wendel in Deutschland zurückbringen sollte, kam eine große Anzahl von Mitbrüdern, von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Generalates und eine Reihe von Menschen, die er vorher nie gesehen hatte, zusammen, um sich von ihm zu verabschieden. Dies war ein Zeichen von großer Wertschätzung der Gemeinschaft für Bruder Kilians Dienst und Lebensbeispiel während der 27 Jahre im Generalat.

Im Jahr 2012 kam Bruder Kilian nach einem Schlaganfall ins Wendelinusheim der Steyler Missionare nach St. Wendel. Zunächst erholte er sich sehr gut und lebte sich in der Gemeinschaft der Mitbrüder schnell ein. In den letzten Jahren jedoch war er überwiegend bettlägerig. Am Samstag, den 3. Januar 2026, um 10.31 Uhr beendete er still und friedlich sein Leben mit dem letzten Blick auf die Segensurkunde von Papst Benedikt, die über seinem Bett hing. Nun möge ihm der Segen Gottes in seinem Reich des Friedens zuteilwerden.

Pater Václav Mucha SVD, Rektor

Wir gedenken unseres Verstorbenen Mitbruders in Dankbarkeit (Ko 416).

Die Auferstehungsmesse wird am 9. Januar um 14.30 Uhr in der Hauskapelle in St. Wendel sein.
Anschließend findet die Beisetzung auf dem Friedhof statt.

Der Herr schenke ihm die ewige Freude.
Und das ewige Licht leuchte ihm.
Er lasse ihn ruhen im Frieden.

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