Deutschland
06. Jan 2026
Pater Peter Claver Narh, Provinzial der deutschen Ordensprovinz der SVD, hat bei einem Gottesdienst in der Kapelle der Ausbildungsgemeinschaft in Sankt Augustin das Missionskreuz an Pater Duns Helbero übergeben.
Dieser liturgische Akt am 3. Januar markierte offiziell das Ende der Formation (Ausbildung) und zugleich den Beginn der missionarischen Tätigkeit. Die Missionsbestimmung von Pater Duns Helbero ist die Deutsche Provinz der Steyler Missionare. Seine erste Missionsstelle wird München sein.
Im Hinblick auf Johannes den Täufer, der in der Wüste lebt, verglich Pater Narh in seiner Ansprache Deutschland einer „spirituellen Wüste“, in der viele Menschen mit dem Glauben wenig anfangen können. Johannes war der Fingerzeig Gottes. So richtete sich Pater Narh mit persönlichen Worten an Pater Helbero:

„Johannes zeigt von sich weg. Er ruft: ‚Seht, das Lamm Gottes!‘ Das ist der Kern deines Auftrags hier in Deutschland. In unserer Gesellschaft, die Gott oft aus dem Blick verloren hat, bist du gerufen, durch dein Leben auf Gott hinzuweisen. Den Menschen zu zeigen: Da ist einer, der deinem Leben Sinn gibt. Da ist einer, der die Last der Welt mitträgt.“
Pater Narh beschrieb die Konsequenz daraus: „Du gehst nicht, um dich selbst zu verwirklichen, sondern, wie Johannes, um Zeuge für den zu sein, der die Lasten der Menschen mitträgt. Du stellst dich nicht in den Mittelpunkt, sondern Gott. Das heißt nicht, dass du unsichtbar bleibst. Deine Begabungen, deine Geschichte, deine Leidenschaft — all das wird gebraucht. Aber es wird gebraucht, damit Christus sichtbar wird. Stell Christus in den Mittelpunkt, zeig auf ihn, wie Johannes der Täufer das getan hat.“

Außerdem unterstrich der Provinzial, was Mission bedeutet: „Mission heißt: mit offenen Augen gehen, bereit, Christus zu erkennen, wo er schon längst am Werk ist. Als Steyler Missionare wissen wir: Mission beginnt nicht mit dem Reden, sondern mit dem Hören.
Nicht mit dem Erklären, sondern mit dem Dasein. Nicht mit dem ‚Ich weiß‘, sondern mit dem „Zeig mir, wie Gott hier schon wirkt‘.
Missionar sein heißt: Gott nicht im Koffer mitzubringen, sondern ihn dort zu entdecken, wo er schon längst am Werk ist – in den Menschen vor Ort. Deine Sendung wird nicht aus eigener Stärke getragen, sondern aus der täglichen Offenbarung Gottes in deinem Gegenüber. […]
In der Tradition des heiligen Arnold Janssen bedeutet Mission: hinübergehen zu den Menschen, Grenzen überwinden, und das Reich Gottes in Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung suchen.“
Mit Dankbarkeit blickte Pater Duns Helbero zurück auf das gemeinschaftliche Leben mit seinen Höhen und Tiefen in der Ausbildungsgemeinschaft. Nach seinem praktischen Pastoraljahr zog er eine kleine Bilanz. In den deutschen Gemeinden sei alles gut strukturiert und organisiert. Mission bedeute im Wesentlichen, für die Menschen da zu sein und wahrzunehmen, was vom Wirken Gottes bereits vorhanden ist.
In seinem Heimaturlaub nimmt Pater Duns Helbero die Gelegenheit wahr, seine Primiz mit seinen Angehörigen, Mitbrüdern und Freunden zu feiern. Danach tritt er mit großer Freude seine erste Missionsstelle in München an.
Text: P. Fidelis Regi Waton, Fotos: Frt. Peter Le Viet Tan
