Deutschland
29. Jul 2026
Pater Gerd Birk hat sich am 26. Juli vom Pfarrverband Fürstenried-Maxhof in München in den Ruhestand verabschiedet. Der Gottesdienst in St. Matthias und das anschließende Fest waren voller bewegender Momente, wie Petronilla Maier beschreibt.

Wochenlang hatte sich Pater Birk Gedanken gemacht, was er in seiner Abschiedspredigt mitteilen wollte. Eines Nachmittags verriet er mir seine Idee: Er wollte über einen alten knorrigen Baum sprechen, der auf den ersten Blick zu nichts nütze scheint – beim näheren Hinsehen aber Schutz und Wohnung für zahlreiche Kleintiere, Eulen, Spechte, Eichhörnchen und Insekten bietet. Dazu passend dekorierte ich die Kirche, während Frau Tempfli mit Sonnenblumen für den perfekten Blumenschmuck sorgte.
Der Kirchenchor übte zwei Stücke ein, Herbert Ruprecht perfektionierte sein Orgelspiel, das Musikertrio Webers und Wende übten zur nächtlicher Stunde Instrumentalstücke und Agata war als Kantorin eingeteilt, so hatten wir im Gottesdienst einiges zu bieten. Sechs Steyler Patres zelebrierten mit Pater Birk die Messe. So viele Priester am Altar – ein beeindruckender Höhepunkt. Zahlreiche Gemeindemitglieder auch aus den umliegenden Pfarreien füllten die Bankreihen, so dass der Gesang entsprechend voluminös klang.

Bei der Predigt erklärte Pater Birk zunächst die Tageslesungen und erfreute alle Anwesenden mit seinem großen Bibelwissen. Danach sprach er über seinen Lieblingsevangelisten Lukas, der uns die meisten Gleichnisse überliefert hat.
Schließlich kam er auf sein eigenes Gleichnis zu sprechen, das er vorbereitet hatte: Mit dem knorrigen Baum im Wald, der trotz seines Alters eine unverzichtbare Funktion hat, meinte er sich selbst. Seine Botschaft saß tief: Auch in einer schnelllebigen Gesellschaft ist es wichtig, den Erfahrungsschatz der Älteren wertzuschätzen und sie nicht „auszusortieren“. Ein Gänsehautmoment, der bei vielen nachwirkte. Die Eucharistie und die mitreißende Musik fing uns wieder auf. Am Ende gab es zwei herzliche Dankesreden und Abschiedsgeschenke als Anerkennung für seine großen Verdienste im Pfarrverband und die unzähligen bereichernden privaten Begegnungen.
Im Anschluss feierten wir im voll besetzten Pfarrsaal weiter. Herbert Huber wollte ursprünglich „Sag zum Abschied leise Servus“ singen, doch der Text passte nicht so recht. Gerhard dichtete ihn kurzerhand um. Dank eines schnellen Hilferufs bei Klaus, der die Noten organisierte und den Text anpasste, klappte der maßgeschneiderte Auftritt für Pater Birk perfekt.
Die Feils begeisterten mit zwei für Pater Birk umgedichteten bayrischen Liedern. Herbert Ruprecht hatte die Idee, das Lied des Gefangenenchores aus Nabucco mit der ganzen Festgesellschaft zu singen.
Beim Ratespiel „Wie gut kennen die Steyler Mitbrüder Pater Birk“ traten Pater Vijay, Pater Heribert, Pater Altus, Pater Duns, Pater Damian und Pater Joe an. Sie schlugen sich wacker, und was sie nicht wussten ergänzte Pater Birk humorvoll aus seinem Leben.
Lilian und Altus sangen das Lied „Blessed“ auf Englisch und Hindi, während Evi Wende, Michael und Sabine Weber ein flottes Südamerikanisches Stück gleich zweimal spielen mussten, so begeistert war das Publikum. Klaus blickte in einer „Vision“ voraus auf ein Wiedersehen mit Pater Birk im Himmel.
Die Steyler überraschten mit einer von Pater Altus umgedichteten Version von Kathi Stimmer Salzeders „Ein Stück von Deinem Weg mit uns“. Mit „Zur guadn Stund al Liadl“ wünschten ihm Toni und Marianne alles Gute. Maria trug ein berührendes Segensgedicht vor.
Als zum großen Finale alle gemeinsam das Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ anstimmten, wurde uns bei der Zeile „und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand“ noch einmal schwer ums Herz. Wir lassen Pater Birk sehr ungern gehen, sind uns aber absolut sicher, dass auch in St. Wendel eine besondere Aufgabe auf ihn wartet. Bei uns hat sein „Da-Sein“ und Wirken auf jeden Fall Spuren hinterlassen.
Text: Petronilla Maier; Bilder: Christina Alam-Barella, Lilian Kaiser, Loreen Müller, P. Vijay Kumar Tirkey











