Deutschland
10. Dez 2025
Mit einer Krippe holen wir uns ein Stück Betlehem nach Hause oder in die Kirche. Manchmal wird die Verbindung auch andersherum geknüpft, wenn in einer Krippe ein Gebäude mit lokaler Bedeutung auftaucht.

So findet die Dörnschlade, Wirkungsstätte von Pater Norbert Cuypers, als Miniatur-Modell Platz in ihrer eigenen großen Krippenlandschaft. Wie es dazu kam, berichtet Sebastian Krämer, Küster des Pastoralverbunds Wendener Land.
Die Instagram-Story eines Küsterkollegen aus Attendorn brachte mich auf die Idee, unsere Dörnschlade in Miniaturformat bauen zu lassen. Der Kollege ließ ein Modell einer anderen Kapelle anfertigen, das die dortige Krippe schmückt. Ich fand das so berührend, dass ich mir die Kontaktdaten des Modell- und Krippenbauers Helmut Krabbe aus Finnentrop-Weringhausen geben ließ. Schnell wurde ein Termin zur Kapellenbesichtigung ausgemacht und vor Ort war klar: Er baut die Dörnschlade in Miniatur. Im August nahm er die Maße der Kapelle und fotografierte sie von innen und außen.
Nachdem die Außenwände des Modells standen, der Dachstuhl nebst Turm gezimmert und die Fenster eingebaut wurden, schmückt die Miniatur-Kapelle nun zum Ersten Advent unsere Krippenlandschaft. Doch warum überhaupt der Nachbau? Und wie passt die Dörnschlade nach Betlehem? Bethlehem ist nicht nur ein Ort im Nahen Osten. Betlehem soll auch bei uns sein, ganz besonders in unserem Herzen, denn dort will auch Christus sein. Er will in uns Mensch werden.
„Dich wahren Gott ich finde, in meinem Fleisch und Blut, darum ich fest mich binde an dich, mein höchstes Gut“, lautet die fünfte Strophe von „Zu Betlehem geboren“. Dieses kleine, fast schon kindliche „Glaubensbekenntnis“ beschreibt es gut. Die Kapelle ist ein wunderbares Sinnbild, dass Bethlehem auch im Sauerland ist, genauso wie im Rheinland oder an jedem anderen Ort der Welt. Überall, wo Jesus Christus in den Herzen der Menschen ist, ist Bethlehem. Er ist überall dort Mensch.
Text und Bilder: Sebastian Krämer