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02. Sep 2025
Neumissionare der SVD Zone Europa trafen sich in Linz zu einem Kurs, der sie auf die Situation von Kirche und Gesellschaft in Europa vorbereiten sollte.

Sieben junge Steyler Missionare nahmen von 20. bis 29. August 2025 in Linz an einem Kurs teil, in dem es um ihre zukünftige Missionsaufgabe in Europa ging und auf welche Voraussetzungen sie dabei treffen würden. Die jungen Steyler kamen aus den Provinzen Mitteleuropa, Deutschland, Ungarn, Slowakei und Tschechien. Ursprünglich stammen die Teilnehmer aus China, Indonesien, Togo und Vietnam.
Der Kurs wurde von der SVD Zone Europa organisiert und sollte vor kurzem angekommene Neumissionare auf die spezifische Situation von Gesellschaft und Kirche in Europa vorbereiten. Begleitet wurde der Kurs von P. Franz Helm SVD (Zonenkoordinator und Verantwortlicher des Kurses), P. Stanisław Grodź SVD und Christian Tauchner SVD mit inhaltlichen Perspektiven, P. Carlos Alberto da Silva SVD kümmerte sich um praktische Fragen und Organisation.
Nach dem ersten Kennenlernen präsentierte die in Linz tätige Pastoraltheologin Prof. Klara A. Csiszar die religiöse Situation in Europa und Zugänge zum Verständnis davon. Sie brachte einen „Assistenten“ mit: den Erzbischof von Belgrad, Ladislav Kardinal Német SVD, mit dem sie eng zusammenarbeitet und der die Gelegenheit benutzte, den jungen Steylern einige gute Ratschläge mit auf den Weg zu geben – den Missionaren in Ungarn auf Ungarisch, denen aus der Slowakei auf Slowakisch, allen auf Englisch.
Das Wochenende war Begegnungen gewidmet: Am Samstag fuhren die Teilnehmer nach St. Gabriel, lernten eine Steyler Pfarrei in Wien kennen und besichtigten Wien. Am Sonntag besuchten sie verschiedene Gemeinden und Gottesdienste in Linz, der Nachmittag war dem vertieften Verständnis der Beobachtungen und einem Austausch mit dem Linzer Bischofsvikar Hans Hintermeier gewidmet.


Begriffe, Perspektiven und Verständnis von Mission überhaupt und besonders in Europa waren das Thema, das am Dienstag – theoretisch von P. Christian Tauchner SVD (Direktor des Missionswissenschaftlichen Instituts in St. Augustin) und in einer praktischen Darstellung am Mittwoch von Sr. Jessy Paul SSpS – behandelt wurde. Sr. Paul berichtete von der Erfahrung und Ausrichtung der Gemeinschaft der Steyler Schwestern in Frankfurt – eine sehr gelungene Vorstellung des Engagements der Schwestern, die genau das tun, was in der aktuellen Missionswissenschaft reflektiert wird.
An drei Tagen ging es mit P. Stanisław Grodź SVD um den praktischen Umgang mit anderen kulturellen Voraussetzungen im europäischen Kontext: Wie ist das Verhältnis von Mann und Frau, Priester und Laien, Vorgesetzten und Mitarbeitern:innen? Der Generalprokurator P. Peter Dikos SVD gab Auskunft über Gefahren im Bereich Missbrauch, den Umgang mit sozialen Medien und Finanzen und ermutigte zu einem verantwortungsvollen Engagement für und mit den Menschen, mit denen die Steyler Missionare zusammentreffen.
Der Kurs fand auf Englisch statt – für die meisten Teilnehmer eine große Herausforderung, die sie aber bravourös unter Zuhilfenahme von Übersetzungsprogrammen meisterten.
Zu den wichtigen Ergebnissen des Kurses gehört für die jungen Missionare die neu gewonnene und vertiefte Freundschaft mit Steylern aus anderen Provinzen, das Bewusstsein über die Gestaltung von Beziehungen in ihren Arbeitsgebieten und die Sicht auf Mission und die Herausforderungen in Europa, gerade auch am Beispiel der Steyler Schwestern in Frankfurt.

Text: P. Christian Tauchner SVD
Fotos: Christian Tauchner SVD, Franz Helm SVD