Fransiskus DoseMein Spitzname ist Sisko oder Ciko. In Bajawa, Flores, Indonesien, habe ich am 22.12 1980 das Licht der Welt erblickt. In der kleinen Stadt Bajawa bin ich aufgewachsen und habe die Grund- und Mittelschule besucht. Ich war 17 Jahre alt, als ich mich im Jahr 1997 aus eigenen Willen entschied, für die weitere Ausbildung in das Internat oder kleine Seminar St. Yohanes Berkhmans Todabelu Mataloko zu gehen. Nach der Abschlussprüfung trat ich ins Noviziat der Steyler Missionare Sang Sabda Kuwu Ruteng ein. Zwei Jahre später wurde ich zu den ersten Gelübden zugelassen. Darauf studierte ich in der philosophisch-theologischen Hochschule Ledalero bis zum September 2005. In jenem Jahr kam das Angebot, in Deutschland weiter zu studieren. Meine Kollegen wählten mich aus und so nahm ich nach reiflicher Überlegung dieses Angebot an. Am 15. November 2005 kam ich in Deutschland an. Im ersten Jahr hieß es, erst einmal die deutsche Sprache lernen. Ich schaffte am Ende dieser Zeit die Abschlussprüfung. Trotzdem tue ich mich immer noch schwer mit der deutschen Sprache. Aber na ja, die Sprache lernt man, so lange man lebt. Im Oktober letzten Jahres habe ich mit dem Studium der Theologie angefangen.
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Die Zeit vergeht sehr schnell. Ich selbst wundere mich auch darüber. Es sind 1 ½ Jahre vergangen, seitdem ich in dieser Sankt Augustiner Ausbildungsgemeinschaft lebe. Aus tiefstem Herzen muss ich sagen, ich fühle mich ganz wohl in dieser Ausbildungsgemeinschaft. Die Atmosphäre ist einfach gut. Die Freundschaft, die Mitbrüderlichkeit, das gegenseitige Vertrauen, die gegenseitige Rücksicht erlebe ich als sehr wohltuend. Ich akzeptiere die Art meiner Mitbrüder, und sie respektieren auch die meine. Ja, natürlich gibt es auch Meinungsverschiedenheiten, ab und zu einmal einen harmlosen Streit oder Kritik aneinander. Das ist doch ein Teil des Lebens in einer Gemeinschaft und gehört auch zu einer gesunden Gemeinschaft. Was ich ganz toll finde, ist, dass wir aus verschiedenen Ländern, ja Erdteilen kommen und doch als eine Gemeinschaft zusammen leben. Für mich ist das wirklich ein Reichtum. Tag für Tag versuche ich immer wieder, die unterschiedlichen Charaktere meiner Mitbrüder zu verstehen, so dass ich eine freundliche und vertrauensvolle Beziehung aufbauen kann. Diesen Aspekt habe ich noch nicht in Indonesien erfahren, weil wir zumindest eine ähnliche Lebensvorstellung hatten. Ich bin ganz zufrieden mit unserer Ausbildungsgemeinschaft. Meine Berufung: Der Wille, Priester zu werden, kam, als ich noch in der Grundschule war. Die Priester, die unsere Schule besuchten (z.B. zur Beichte) bewegten einfach mein Herz. Damals interessierte ich mich sehr für die Gewänder der Priester. Deswegen entschied ich mich (mit der Unterstützung meiner Eltern) für das kleine Priesterseminar. Als ich im kleinen Priesterseminar lebte, wurden meine Motive, Priester zu werden, etwas vernünftiger. Ein Jahr vor der Abschlussprüfung fragte ich mich, welche Ordensgesellschaft wohl zu mir passen würde. Endlich entschied ich mich für die SVD. Ich möchte einfach mit dem Wort Gottes, von dem ich auch lebe, verbunden sein. Außerdem möchte ich auch durch mein Lebenszeugnis eine Brücke zu den anderen werden. Das ist für mich auch ein Teil der Verkündigung. Diese Begegnung soll sich nicht nur auf die eigenen Leuten beschränken, sondern auch für die da sein, die eine andere Kultur und Gewohnheit haben. Das ist auch ein wichtiger Grund, weshalb ich das Angebot annahm, in Deutschland zu studieren. Was mich an der SVD ebenfalls interessiert, ist das Leben in der Gemeinschaft. Von der Gemeinschaft bekomme ich Kraft und Unterstutzung. All dies sind meine Motive, Priester zu werden. Aber ich bin kein fanatischer Mensch. Trotz meines guten Willens weiß ich nicht genau, was mir in der Zukunft passieren wird. Vielleicht ändert sich die Entscheidung. Mein Leben ist ein Suchen und auch ein Prozess. Vielleicht sage ich am Ende „hier bin ich, sende mich – oder „geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch“.
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