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2009-2010
Ausbildungsgemeinschaft Sankt Augustin *************** 
Ausbildungsgemeinschaft 2009-2010 Das Ordensleben in Gemeinschaft gibt Zeugnis für Christus. Um unserer Mission willen sind wir als Ordensleute und Missionare berufen, die verschiedenen Formen des Individualismus zu überwinden, die oft unser Zusammenleben gefährden...In der SVD ist das interkulturelle Zusammenleben ein Markenzeichen vieler unserer Kommunitäten geworden...Wir müssen die Gnade Gottes erkennen, die durch die Präsenz eines jeden Mitbruders zum Ausdruck kommt mit seinen Stärken und Schwächen sowie in der Verschiedenheit seiner Kultur und Glaubenserfahrung. A. Pernia, SVD Sup. General
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GEBET FÜR HAITI In den Medien wird es langsam ruhiger um Haiti, aber die Situation der Menschen dort bleibt weiter schwierig und Hilfe wird noch für lange Zeit nötig sein. 
Anstelle unserer normalen Anbetungsstunde (14-täglich, donnerstags), haben wir einen besonderen Gottesdienst für Haiti gefeiert. Schlagzeilen aus Zeitungen und Zeitschriften der vergangenen Tage zu Haiti waren in unserem Gebetsraum ausgestellt. Im ersten Teil des Gottesdienstes ging es um das Leid der Menschen; im zweiten Teil um die Hilfe, die weltweit angelaufen ist. Am Anfang jedes Teils stand ein kurzer Videoclip, der in die Lage einführte. Danach gab es Lieder, Schriftlesungen, Reflexionen und Gebete für die Menschen in Haiti und für die Helfer und ihre Bemühungen.
In einer der Reflexionen wurde die Frage gestellt: Ist Haiti von Gott verlassen? Manche machen Gott für das verantwortlich, was die Menschen auf der Karibikinsel gerade zu ertragen und zu erleiden haben: "Es ist eine Tragödie biblischen Ausmaßes." "Wenn es einen Gott gibt, dann scheint er Haiti zu hassen." "Gott hat sich von Haiti abgewandt." Die ganze Tragödie scheint für manche ein weiterer Beweis dafür, dass Gott nicht existieren kann, dass es einen solchen Gott nicht braucht.
Aber die Haitianer scheinen vor allem nach Menschen zu rufen. In Fernsehreportagen sagten die Leute: "Warum kommt denn keiner, der uns hilft?" "Ich habe seit Tagen nichts gegessen." "Warum kommt ihr mit Kameras und helft uns nicht, die Verschütteten zu retten – oder zumindest, unsere Toten zu begraben?"

Was die Menschen in Haiti brauchen, sind Menschen, die ihnen zur Seite stehen. Und Gott sei Dank läuft diese menschliche Hilfe jetzt… Aber in all dem Rufen nach Hilfe scheint auch ein Vorwurf zu sein: "Wo seid ihr in der Vergangenheit gewesen?" "Warum musste es erst soweit kommen?" "Warum habt ihr uns nicht früher geholfen?"
Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. 80 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze, also im absoluten Elend. Die meisten Haitianer haben weniger als zwei Euro am Tag. Korruption und Verbrechen gehören zur Tagesordnung. Aus dem Teufelskreis aus Armut, Kriminalität, Gewalt und Leid scheint es keinen Ausweg zu geben.


In einer Zeitung wurde berichtet, dass Kreuzfahrttouristen dort zu eingezäunten Stränden gebracht werden, damit sie bloß nicht mit dem Elend des Landes in Berührung kommen. Haiti wird ihnen als "Magic Island" verkauft. Ganz idyllisch.
Nicht Gott, sondern wir Menschen haben uns von Haiti abgewandt. Wir haben nicht wahr haben wollen, dass es ein solches Elend gibt. Und zwar schon vor dem Erdbeben. Die eingestürzten Hauswände machen es nur noch offensichtlicher. – Gott sei Dank haben sich nicht alle abgewandt. Es hat auch Menschen gegeben, die sich mit ganz viel Herzblut und Leidenschaft für Haiti eingesetzt haben.

Über Zilda Arns, die Schwester des verstorbenen Kardinal Arns, eine Kinderärztin aus Brasilien, wurde berichtet. Sie hat in Haiti ein Hilfswerk für Kinder aufgebaut. Noch am 12. Januar war sie dort, um zu schauen, was für die Kinder getan wird. Sie ist in dem Erdbeben umgekommen. Und Serge Miot, der Erzbischof von Port-au-Prince, ebenfalls in den Trümmern gestorben. Ein Mann, so sagen die Leute, der Zuversicht ausgestrahlt und immer wieder neu angefangen hat, den Menschen ganz konkret zu helfen. Oder jetzt: weltweit laufen Hilfs- und Solidaritätsaktionen; Millionen wirden schon gesammelt…

Zilda Arns Nein, Gott ist nicht einfach abgehauen. Er wendet sich den Haitianern zu. In solchen Menschen, die nicht die Augen verschließen, sondern das Elend sehen und praktisch helfen. Wir können das auch. Jetzt, da wir aufgerüttelt worden sind. Da uns das Erdbeben die Augen geöffnet hat. Jetzt können auch wir zu Zeugen dieses Gottes werden, dem das Elend der Menschen zu Herzen geht. Indem wir etwas für sie tun. 
Menschen helfen den Menschen Wir können die Einladung Jesu aus dem Matthäusevangelium (Mt 11,28-30) weitersagen: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ Nicht mit Worten, sondern mit unserem Leben, mit gelebtem Glauben und unserem Zeugnis. Wir können mit den Menschen in Haiti trauern. Wir können für sie beten. Und wir können dafür sorgen, dass sie nicht wieder in Vergessenheit geraten. Gott ist nicht einfach abgehauen. Er ist da. Wenn wir da sind und einander helfen. Das „leichte Joch Jesu“ mag helfen, Schicksalsschläge im Leben zu ertragen. Ihm glauben und ihm folgen mag Kraft geben, trotz allem einen Sinn zu sehen und aufzustehen und weiterzugehen und in Solidarität vor allem mit denen, die am Boden liegen und keine Kraft haben und leiden zu kämpfen für das Leben aller. Steyler leiten Spenden weiter 
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